Fachbeiträge

Gewinnvorabmodell in Arztpraxen auf dem steuerlichen Prüfstand

Bei dem häufig in Arztpraxen praktizierten Gewinnvorabmodell erfolgt der Ausgleich des erworbenen Anteils eines neu aufgenommenen Partners durch eine vom allgemeinen Gewinnverteilungsschlüssel geringere Ergebnisverteilung.

Nach BFH vom 27.10.2015 (Az. VIII R 47/12) gehört zum Veräußerungsentgelt für die Übertragung einer Beteiligung auch eine feststehende Kaufpreisforderung, die der aufzunehmende Gesellschafter durch Verzicht eines Anteiles, des ihm nach dem allgemeinen Gewinnverteilungsschlüssel zustehenden Gewinns, zugunsten der Altgesellschafter erfüllt.

Veräußerungsentgelt kann somit eine gewinnabhängige Kaufpreisforderung sein, auch, wenn sie auf abgetretenen, dem Grunde und der Höhe nach ungewissen, Gewinnanteilen beruht.

HP-Hinweis:

Der Einstieg eines Freiberuflers nach dem Gewinnvorabmodell wird dadurch erschwert, dass diesem der nicht erhaltenen Ergebnisanteil steuerlich zuzurechnen ist (Sofortversteuerung). Dem steht in einer Ergänzungsrechnung (nur) verteilbares Abschreibungspotential gegenüber (Liquiditätsnachteil). Bei den Übergebenden tritt an die Stelle des bisherigen Übergewinnanteiles ein Veräußerungsentgelt.