Fachbeiträge

Private Veräußerungsgeschäfte: Verluste bei Ratenzahlungen

Auch wenn diese Verluste nur noch in begrenztem Umfang bei der Einkommensteuer berücksichtigt werden können, kann eine aktuelle BFH-Entscheidung (Az. IX R 18/16) Bedeutung erlangen.

Die Veräußerung eines Grundstücks erfolgte innerhalb der Zehnjahresfrist (Spekulationsgeschäft). Der Veräußerungspreis wurde über mehrere Jahre in Raten gezahlt. Unter dem Strich errechnete sich ein Veräußerungsverlust. Diesen teilte der Bundesfinanzhof nach dem Verhältnis der erhaltenen Rate zum Gesamtveräußerungspreis dem jeweiligen Jahr zu.
Beispiel:
Einen Veräußerungspreis von T€ 500 stehen Anschaffungskosten von T€ 600 gegenüber; somit entstehen ein Verlust von T€ 100. Der Käufer zahlt im ersten Jahr eine Rate von T€ 50, somit 10 %. Im ersten Jahr können nur T€ 10 anteiliger Verlust festgestellt werden.

Hinweis:
Durchaus praktische Bedeutung könnte die Entscheidung aber auf die Besteuerung entstehender Spekulationsgewinne haben.  Durch die Ratenzahlungen lässt sich die Steuer in spätere Veranlagungszeiträume verlegen (Gestaltungsspielraum).
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