Fachbeiträge

Zusätzliche Barabfindung anlässlich eines Aktientausches steuerbar?

Werden Anteile an Aktiengesellschaften aufgrund gesellschaftsrechtlicher Maßnahmen, die von den beteiligten Unternehmen ausgehen getauscht, bleibt der Vorgang zunächst nach § 20 Abs. 4a EStG steuerneutral. Wird zusätzlich eine Gegenleistung gewährt, ist diese kapitalertragsteuerpflichtig.

Eine zusätzliche Barabfindung wurde daher von der depotführenden Bank der Kapitalertragsteuer unterworfen. Die zum Tausch hingegebenen Aktien wurden aber bereits im Jahre 2006 und somit vor dem 1.1.2009 erworben und waren wegen Ablauf der einjährigen Veräußerungsfrist als privates Veräußerungsgeschäft nicht mehr steuerverstrickt (kein Spekulationsgewinn auf Altanteile).  Die Barabfindung blieb steuerfrei.

Hinweis:
Für vor dem 01.01.2009 im Privatvermögen erworbene Anteile, wie Aktien, kann grundsätzlich wegen Ablauf der einjährigen Spekulationsfrist kein steuerpflichtiger Veräußerungsgewinn entstehen. Dies gilt auch beim Aktientausch mit einer zusätzlichen Barabfindung so BHF (Az. VIII R 10/13).
Sollte bei der Veräußerung von Altanteilen (Erwerb vor 01.01.2009) durch die depotführende Bank Kapitalertragsteuer einbehalten worden sein, muss zu deren Erstattung in der Einkommensteuererklärung ein Antrag auf Überprüfung des Einbehalts gestellt werden.
gh