Fachbeiträge

Steuerermäßigung bei Praxisveräußerung (z.B. Ärzten)

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Das FG München (Beschl. 1V 1211/19) bezweifelt die Auffassung der Finanzverwaltung, dass die Steuerermäßigung nach § 34 EStG auf Gewinne aus einer Praxisveräußerung / Praxisaufgabe entfällt, wenn der Veräußerer danach neue Geschäftsbeziehungen aufnimmt.

Die Steuerermäßigung nach § 34 EStG erfordert, dass nach einer Praxisveräußerung/-aufgabe alle Tätigkeiten im bisherigen Einzugsbereich aufgegeben werden. Bestehende Geschäftsbeziehungen können steuerunschädlich fortgeführt werden, soweit sie nicht mehr als 10 % des Umsatzes aus der früheren Tätigkeit betragen.

Die Finanzverwaltung meint, dass neue Geschäftsbeziehungen grundsätzlich zur Steuerschädlichkeit führen auch, wenn mit ihnen die 10 % - Grenze noch nicht erreicht wurden. Das FG München bezweifelt dies; die Rechtssache ist offen (Verfahren beim BFH Az. IIX B 1131/19)

Hinweis:

Bei der 10 % - Grenze beruht nicht auf einer Gesetzesgrundlage. Der Ausgang des Verfahrens bleibt abzuwarten. Neupositionierungen nach Beendigung der Freiberuflichkeit sollten abgewartet oder, wenn möglich, gestaltet werden.

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