Fachbeiträge

Unverzinsliche Darlehen

Einem bilanzierendem Einzelunternehmer wurde ein unverzinsliches Darlehen (von nahen Angehörigen) gewährt. Der Bundesfinanzhof (Az. X R 19/17) hat gewinnerhöhend abgezinst.

Im Jahr der Darlehensgewährung entstehen hierdurch erhebliche Sofortgewinne die erst, soweit vergleichbare Einkommensverhältnisse vorliegen, durch nachfolgende Rückzahlungen (Raten- oder Einmalzahlung) kompensiert werden können. Im noch nicht abgeschlossenen Verfahren kann sich der Steuerpflichtige der Sofortbesteuerung möglicherweise noch entziehen, falls das Darlehnsverhältnis wegen fehlender Fremdvergleichsgrundsätzen nicht anerkannt wird.

Hinweis:
Praktische Bedeutung hat das Verfahren für häufig anzutreffende „Starthilfen“ an Neugründer durch nahe Angehörige, wie die Eltern. Zur Vermeidung unangenehmer Steuerfolgen empfehlen wir eine angemessene Verzinsung (z.B. 1%) vorzusehen. Eine rückwirkende Vereinbarung hat der BFH aber nicht akzeptiert.

Aus heutiger Sicht fraglich dürfte auch der Abzinsungssatz von 5,5 % auf gesetzlicher Grundlage, § 6 (1) Nr. 3 EstG, sein. 
 

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