Fachbeiträge

Veräußerungsgewinne von Wirtschaftsgütern bei privater Mitnutzung (PKW und Arbeitszimmer)

In zwei Entscheidungen hat der BFH 


a) den gesamten Verrechnungspreis für die Inzahlungnahme eines vollständig abgeschriebenen Fahrzeuges, welches nur zu 25 % beruflich genutzt wurde, zugrunde gelegt (VIII R 9/18)


b) nach Aufgabe der beruflichenTätigkeit den vollumfänglichen, auf das Arbeitszimmer entfallende Entnahmewert bei der Ermittlung des Aufgabegewinnes berücksichtigt (VIII R 15/17)          
      


Obwohl über den Abschreibungszeitraum nur 25 % der Abschreibungen steuerwirksam wurden, mussten beim PKW die vollen stillen Reserven realisiert werden.

Der Betriebsausgabenabzug für das häuslichen Arbeitszimmer war wegen § 4 (5) EStG auf € 1.250 begrenzt. Gleichwohl mussten die stillen Reserven (Entnahmewert abzüglich anteiliger, fiktiver Abschreibungen) voll versteuert werden.

Hinweis:

Der beim PKW eingetretenen „Überbesteuerung“ hätte der Steuerpflichtige entgehen können, wenn er das nur zu 25 % betrieblich genutzte Fahrzeug dem Privatvermögen zugerechnet hätte (möglich bis 50 %).

Stärkeren „Sprengstoff“ bietet die Zuordnung von Arbeitszimmern in das steuerliche Betriebsvermögen. Insbesondere, wenn der Kostenabzug auf € 1.250 begrenzt ist. Im Gegensatz zum PKW-Fall werden hier in aller Regel hohe stille Reserven entstehen! Soweit ein Arbeitszimmer für die betriebliche Berufsausübung erforderlich ist, könnte auf eine „schädliche“ private Nutzung hingewirkt werden, um der steuerlichen Zuordnung zum notwendigen Betriebsvermögen zu entgehen. Betrieblich genutzte Einrichtungsgegenstände werden bekanntlich gleichwohl steuerwirksam berücksichtigt.

gh