Fachbeiträge

Keine Spekulationssteuer auf das häusliche Arbeitszimmer

 

Ein bei der Veräußerung eines(r) eigengenutzten Gebäudes/Wohnung auf das Arbeitszimmer entfallender Gewinn wird bei Vorliegen der Ausnahmetatbestände nach § 23 Abs. 1 Ziff.1 S.3 EStG nicht besteuert. Hier BFH v. 1.3.2021 (IX R 27/19).

 

·    grundsätzlich ist der Gewinn aus einem Immobilienverkauf dann steuerpflichtig, wenn der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung weniger als 10 Jahre beträgt. Eine Ausnahme besteht, wenn die Immobilie ausschließlich oder im Veräußerungsjahr und den beiden vorangegangenen Jahren eigengenutzt wurde. Weil ein häusliches Arbeitszimmer nicht eigengenutzten Wohnzwecken dienen kann, wollten die Finanzämter die Ausnahmeregelung nicht anwenden. Dem hat der BFH durch vorgenannte Entscheidung widersprochen und den Veräußerungsgewinn des Arbeitszimmers der klagenden Lehrerin, mit Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit, nicht besteuert.

 

Anmerkung:

Von dieser günstigen Entscheidung können Gewinnermittler, wie Gewerbetreibende oder Freiberufler, nicht “profitieren”.

Bei diesen gehört das Arbeitszimmer grundsätzlich unbefristet zum steuerverstrickten Betriebsvermögen, wenn es mehr als 1/5 des Grundstückswertes und mehr als € 20.500 beträgt. Insbesondere bei Anwendung der Aufwandsdeckelung auf € 1.250, - p.A. gem. § 4 Abs.5 Ziff. 6b EStG wäre es eine Überlegung, die betriebliche Zuordnung zu vermeiden.

 

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